Dienstag, 22. September 2009

22.09. (Di - Tag 5 - Namche Bazar - Akklimatisierungstag)

Heute war Ralfs Geburtstag. An dieser Stelle noch einmal die allerbesten Glückwünsche.
Gestern Nacht habe ich nur kurz geschlafen. Das hängt evtl. auch mit der Höhe (3.450m) zusammen. Um 1.40h wurde ich wach, schrieb dann den Blog von gestern, hörte Podcast, aber ich konnte nicht mehr einschlafen. Dann ging um 5.45h ohnehin der Wecker, denn wir wollten uns um 6.00h treffen, um zu einem nahe gelegenen Aussichtspunkt zu gehen.

Also machte ich mich fertig und ging zum Treffpunkt. Ralf blieb heute im Bett, zumal er ja auch Geburtstag hat. Stefan und Sandra aus der anderen Gruppe und ich stiegen mit ihrem Guide zu der anderen Lodge und holten die anderen beiden aus unserer Gruppe, Harald und Alexander, sowie unseren Guide dort ab. Zusammen stiegen wir ca. 15 Minuten auf zu einem Aussichtspunkt, von dem wir das erste Mal den Mount Everest sehen konnten. Er war ein wenig von Wolken zugedeckt.

Das Wetter um diese Uhrzeit (7.00h) ist in Namche Bazar noch gut, dann ziehen langsam die Wolken auf. Von der Aussichtsplattform konnte man auch noch weitere tolle Berge sehen. Der Mount Everest hat übrigens keine Spitze, sondern eher eine Rundung oben.



Auf dem Weg zurück zu den Unterkünften gingen wir noch in ein Sherpa-Museum (s. Foto mit Sandra), in dem von den Leben der Sherpas berichtet wird. Es gibt auch viele Fotos von Sherpas, die bereits auf dem Mount Evetest waren. Manche waren schon 18 Mal ganz oben. Wahnsinn. Davon berichtet natürlich niemand hierzulande.

In der Lodge zurückgekehrt aßen Stefan, Sandra und ich Frühstück. Danach ging ich ins Internet-Cafe und bloggte ein wenig und lass E-Mails. Zurück in der guten Stube fand ich dann schon Ralf zusammen mit den anderen, u.a. auch Harald und Alexander, die sich entschlossen hatten, ebenfalls in unser Hotel zu wechseln.

Ralf und ich blieben dann heute im Hotel, die anderen machten eine 4-5 stündige Tagestour.

Ich nutze die Zeit, meinen Blog sowie einige Fotos hochzuladen. Danach gingen wir kurz raus. Um 13h aßen wir zu Mittag (gebratene Nudeln) und todmüde und völlig ausgekühlt ging ich dann aufs Zimmer. Voll eingepackt schlief ich ca. 2,5 Stunden. Endlich war mir wärmer.

Ich duschte noch heiß, zog mich gemütlich an und traf Ralf in der guten Stube. Auch die anderen kamen kurz darauf. Wir saßen zusammen, unterhielten uns und bestellten für 19.00h das Abendessen.

Vor und während des Essens beratschlagten wir, ob es nicht besser sei, unsere beiden Gruppen für die nächsten Tage zusammenzulegen, da wir den gleichen Weg haben. Nach langem Hin und Her beschlossen wir es, was jedoch bedeutet, dass wir morgen eine Doppeletappe schaffen müssen, um mit der anderen Gruppe (Stefan & Sandra) Schritt halten zu können. Sie haben nämlich nicht so viel Zeit und daher einen strafferen Zeitplan als wir.

Nach dem Essen bekam Ralf eine Mohnschnecke von den anderen geschenkt, die sie in einer deutschen Bäckerei im Ort gekauft hatten, und Ralf schenkte Champagner aus, den er gestern noch im Geschäft im Ort gekauft hatte. So quatschten wir noch über alles mögliche. Es ist gut, dass wir jetzt eine gute Gruppe sind und die nächsten Tage gemeinsam verbringen werden.

Ach ja: Ralf verschenkte seine Mohnschnecke an den kleinen Sohn des Wirtes (s. Foto), der überglücklich war und laut Happy Birthday singend durch die Stube lief. Ralf bekam dann von ihm einen dieser gelb-beigen Freundschaftsschals geschenkt.

Morgen ist die schwere Doppel-Etappe. Um 7.15h ist Frühstück, daher gehe ich jetzt ins Bett. Gute Nacht.

Montag, 21. September 2009

21.09. (Mo - Tag 4 - Namche Bazar - 3.450m)


Der erste richtige Trekkingtag begann mit einer mehr-oder weniger kalten Katzenwäsche. Im Hof der Lodge - also draußen - befindet sich die einzige Waschstelle. Zum Glück ist es im September noch einigermaßen erträglich - ich frage mich nur, wie die Trekker das dann im Winter machen. Zugegebenermaßen hat man vom Waschplatz einen ziemlich beeindruckenden Blick auf ein Bergmassiv. Da putzt man sich auch schon mal wirklich 3 Minuten lang die Zähne. Nach dem Waschen, Anziehen und Seesack packen ging es zum Frühstück. Noch laufen wir zusammen mit den anderen Gruppen, denn der Weg bis Namche Bazar ist für alle eigentlich gleich. Erst dann trennen sich die Wege.


Heute war erwartungsgemäß mit einem Netto-Aufstieg von 800 Höhenmetern zum Zielort Namche Bazar ein schwerer Tag. Netto, weil - wie mir das bis heute selbst gar nicht bewusst war - man streckenweise hunderte Meter absteigt, um dann wieder aufzusteigen. Das ist sehr ernüchternd, denn der Aufstieg ist schon sehr kräftezehrend. Und wenn man dann einmal 100 Höhenmeter aufgestiegen ist und nach der nächsten Kurve wieder 80 Meter absteigt - was übrigens ebenso mühsam ist - dann ist das ärgerlich. Aber eigentlich ist so ein Streckenvrtlauf auch klar, weil wir ja Schluchten überqueren und nicht überall Hängebrücken sind.

Das ist das Stichwort: Hängebrücken. Tja, das wusste ich auch nicht, dass es solche hier gibt. Manche sind so hoch, dass selbst mir schwindelig wird. Es ist natürlich ein großer Spaß, über diese Stahlgebilde zu laufen und den reißenden Fluß unter sich zu betrachten. Aber wenn dann Wind aufkommt und die Brücke ein wenig schaukelt und evtl. noch ein Reiter, ein paar Rindviecher oder Sherpas mit Lasten entgegenkommen, dann wird einem schon mulmig.

Da es warm und sonnig war, ging ich mit T-Shirt und Cappy sowie langer Trekking-Hose (hab auch nur eine dabei). Außerdem haben wir uns heute die Stiefel angezogen, und das war wichtig.

Die erste Halbetappe führte wieder über steinige Wege an vielen Gasthäusern vorbei bergauf und bergab. Manchmal sind fast Stufen verbaut, allerdings aus ungleichen Felsstücken und nie mit gleicher Höhe. Das macht es schwer, einen Rhythmus beim Steigen zu finden. Den Aufstieg muss man sich wie eine lange, steile Treppe mit großen Stufen aus Felsstücken vorstellen. Aber jeder Tritt muss bedacht sein. Die Wege sind 1-4 Meter breit, an der Seite geht es durchaus steil nach unten, obwohl oftmals noch Bäume oder Sträucher dort wachsen. Die Vegetation ist sehr grün, überall gibt es Bäche, Blumen, Tiere. Alle paar Meter kommt ein Sherpa mit Lasten oder ein Wanderer vorbei.

Die Sherpas bekommen übrigens für so eine Etappe ca. 5 Rupien pro Kilo. Das sind ca. 5 Cent. 1 Liter Wasser in der PET-Flasche kostet 50-150 Rupien. Das mal zum Vergleich. Die Sherpas - leider oft auch Kinder - tragen unheimliche Lasten. Unvorstellbar. Und sie laufen mit Badelatschen oder Turnschuhen - sicher auch, weil richtige Trekkingschuhe für sie nicht erschwinglich sind.

Bei Tawa betraten wir heute den Sagarmatha National Park, der der Mount Everest heißt eigentlich Sagarmathe. Die ganze Region ist ein Naturschutzgebiet und ist entsprechend geschützt. Im Khumbu gibt es übrigens 3 Achttausender: Den Mount Everest (8.848m), den Lhotse (8.516m) und den Cho Oyu (8.201m). Für den Eintritt in den Nationalpark benötigt man ein Formular mit Foto. Zwischendurch gibt es Kontrollposten, die man passiert. Wenn ich es richtig verstanden habe, können die Behörden so auch feststellen, ob Wanderer vermisst werden - auf jeden Fall haben wir Vermisstenplakate gesehen.

Das Mittagessen nahmen wir in einem netten Gästehaus mit einem schönen Blumengarten ein. Eigentlich gibt es immer das gleiche zur Auswahl: Gebratener Reis oder Nudeln mit Gemüse und/oder Fleisch, Spaghetti, Sandwiches, Pizza, Fleischgerichte, Salate etc. Vor dem Verzehr von Fleisch hatte man uns abgeraten, da dort oben nicht geschlachtet wird und alles stundenlang hochgetragen werden muss. Eine richtige Kühlkette ist insofern nicht möglich. Und Salate und rohes Obst ist eh tabu. Ich esse hier hauptsächlich viel Reis oder Nudeln, um genug Kohlehydrathe aufzunehmen. Man verbrennt unheimlich viel.

Wir trinken auch viel. 4-5 Liter sind Pflicht, weil man sehr viel schwitzt. Aber man braucht die Flüssigkeit auch deshalb, weil sich das Blut verdünnt, je höher wir kommen. Es hilft gegen Dehydration und Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen können durch den Wind und den verändeten Luftdruck kommen. Sie können aber auch Anzeichen für eine beginnende Höhenkrankheit sein. Und die kann ganz schnell tödlich enden. Zwar gibt es Medikamente gegen die Scmerzen, aber eigentlich hilft nur eins: Unverzüglich absteigen. Nur das geht halt nicht immer, vor allem Nachts. Und Helikopter kommen nicht immer so schnell zu der Notstelle oder witterungsbedingt auch gar nicht. Einige aus der Gruppe haben schon leichte Kopfschmerzen, da hilft am besten Aspirin - auch schon alleine wegen des blutverdünnenden Effektes. Ich habe zum Glück noch nichts. Trotzdem merken wir, dass das Atmen schwerer fällt und man schneller aus der Puste ist.

Nach der Mittagspause kam dann der schwierigste Teil. Es war ein sehr langer Anstieg, fast 3 Stunden am Stück. Leider hatte uns der Führer Ram (s. Foto, Mitte) versäumt zu sagen, dass - anders als bisher - bis zum Ziel kein Wasser mehr erhältlich sein würde, so dass wir nach kurzem schon nichts mehr zu trinken hatten. Und das war fatal. Ram ließ dann vom Zielpunkt aus jemanden mit Wasser uns entgegenkommen. Danach ging es wieder besser.

Nach 7-8 Stunden - ich weiß das gar nicht so genau - erreichten wir dann das Ziel, Namche Bazar (3.450m). Dies ist ein etwas größerer Ort mit Internet Cafes, Geldautomat und Geschäften. Es ist auch der einzige in der Region, der so groß ist, wer also Geld braucht, der solle es hier noch tauschen (Tipp!). Von hier aus beginnt die eigentliche "Runde". Hier werden wir auf dem Rückweg wieder vorbeikommen und die gleiche Strecke bis zum Ausganfspunkt Lukla gehen.

Als wir eintrafen, lag der Ort, der an einem Hang liegt und sich sicher über schätzungsweise 50-100 Höhenmeter erschreckt, bereits teilweise in einer Wolke. Es war schattig und klam. Bereits bei unserem Anstieg während der zweiten Halbetappe war es kühl geworden und wir hatten die Wolkengrenze erreicht.

Unsere Lodge in Namche Bazar befindet sich oberhalb des Ortes und ist mal wieder äußerst simpel: Die Räume sind Bretterverschläge aus Spanholz, ungepflegte WCs auf dem Gang, kalte und zugige Dusche über den Hof. Der Gastraum ist zwar schön mit einem tollen Blick auf Namche Bazar und das Essen und der Tee durchaus schmackhaft, aber es gibt eine Alternative: Stefan, ein Mitwanderer aus einer anderen Gruppe, kam zu uns und erzählte von seiner Herberge im Ort unterhalb unserer Lodge, in der er und seine Frau Sandra wohnten. So wechselten Ralf und ich heute in dieses andere Quartier, zumal wir morgen ohnehin einen Akklimatisierungstag haben und demnach länger vor Ort sind. Alexander aus unserer Gruppe wollte nicht wechseln, Harald wäre gerne mitgekommen, wollte dann aber Alexander nicht alleine lassen. So ist unsere kleine Gruppe jetzt geteilt, was sicherlich nicht gerade schön ist, andererseits müssen wir auch sehr vorsichtig mit unserer Gesundheit sein.  Und wenn sich die Gelegenheit bietet, in einem sauberen, nicht zugigen Zimmer mit Bett, eigener Dusche und eigenem WC zu wohnen, dann muss man das u.E. auf jeden Fall tun. Denn das ganze ist sehr kräftezehrend und jeder Virus und jedes Bakterium freut sich auf einen geschwächten Körper. Und die Mehrkosten fallen mit rd. 5€ pro Person pro Nacht nicht ins Gewicht, zumal man in der einfachen Lodge fürs Duschen noch einmal 3€ extra bezahlen muss. Und für 1 Stunde Akku aufladen je 1€. Das haben wir in der anderen Lodge alles inklusive. Leider werden wir wohl nach Namche Bazar keine besseren Lodges mehr vorfinden.

Der Tag war also geprägt von Anstrengung, aber auch sehr schönen Momenten. Langsam nehmen wir den Rhythmus von Nepal auf. 

Sonntag, 20. September 2009

20.09. (So - Tag 3 - Padking - 2.600m)

Heute klingelte der Wecker um 4.30h. Um 5.00h war Treffen in der Lobby mit Tee und Kaffee. Dann wurden wir mit Minibussen zum Flughafen gebracht. Unterwegs gab es Lunchpakete, die so lala schmeckten.


Nach dem Einchecken ging es zu den Flugzeugen. Je 16 Leute passen in die 2-Propeller-Maschinen. Unsere Fluggesellschaft hatte den klingenden Namen "Yeti Airlines". 

Der Start war butterweich. Der Flug war toll, durch und über die Wolken, immer wieder Berge fast auf gleicher Höhe links oder rechts. In der Ferne sah man die 8.000er durch die Wolken blitzen.

Dann die Landung: Das Flugzeug steuerte auf einen Berg zu, wo sich die extrem kurze Landebahn (vielleicht 300 Meter???) von Lukla befindet. Das Flugzeug setz auf, schlingert und bekommt noch rechtzeitig vor den Ende der Startbahn, dem Bergmassiv, die Kurve. Übrigens ist hier letztes Jahr eine Maschine mit deutschen Touristen zerschellt: 18 Tote (18 Tote bei Absturz in Lukla). Wie gut, dass ich davon vorher keine Ahnung hatte.

Lukla ist ein kleiner Ort, eigentlich nur eine Strasse. Hier bekommt man alles, auch Coca Cola oder Pringels. Na ja, alles vielleicht nicht. Einen Starbucks gibt es auch - unglaublich, aber wahr (s.Foto). Es gibt auch eine Nepal Investment Bank, wo wir dann noch einmal Geld gewechselt haben. Man sagte uns, dass wir ca. 200-300 EUR für Getränke - hauptsächlich Wasser - benötigen.

In Lukla - übrigens 2.850m hoch - beginnen die Touren in die Khumbu-Region. Wir stiegen heute erst einmal ab auf 2.600m nach Pakding. Das ist eine Etappe von ca. 2 Stunden. Der Weg ist sehr steinig. Manchmal sind auch grosse Felsstufen eingebaut. Man muss schon ziemlich auf den Weg achten, damit man sicher auftritt und nicht ausrutscht oder übel umknickt. Kurze Strecken führten auch bergauf und der Puls ging bei uns sofort in die Höhe. Obwohl wir erst noch ganz unten waren.
Die Landschaft ist atemberaubend. Die Berge sind schon hoch und alles ist sehr grün. Alle paar Hundert Meter sind ein paar Gasthäuser, wo man Wasser (oder Cola, Schokoriegel oder Pringels) kaufen kann. Am Rande sitzen Einheimische. Männer im Garten, Frauen mit Kühen, Mütter waschen Wäsche oder ihre Kinder. Alle zurückhaltend aber freundlich.
Immer wieder kommen uns Lastenträger entgegen oder überholen uns - mit unserem eigenen Gepäck. 1 Sherpa trägt 2-4 Taschen - ich selbst hab kaum meine eigene tragen können. Und die sind ja 1-2 Köpfe kleiner, schmächtig, meist schlecht ausgerüstet - aber zäh.

Immer wieder kommt man an kleinen buddhistischen Tempeln vorbei. Dort kann man eine Gebetsmühle drehen (s. Foto) und sich etwas wünschen. Oder man kommt an Anhäufungen von Steintafeln vorbei, in die Gebete geschlagen wurden oder an schön bemalten, riesigen Findlingen. Diese Objekte stehen dann oftmals mitten im Weg und man geht übrigens immer links daran vorbei.

Auf dem halben Weg kamen wir an unsere erste Hängebrücke aus Stahl, die über einen Fluß führte. Ziemlich hoch bzw. tief das Ganze. Und wackelig, sehr wackelig. Ein echtes Highlight.

Im Laufe der Etappe kamen wir immer weiter zu einem Fluß, der sich stark und laut rauschend zwischen den Bergketten schlängelt. Das Wetter war heute sehr schön, teilweise sogar heiß. Deswegen soll man sich auch mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen, zumal die Sonne hier oben stark ist. Kommt man in schattige Bereiche, wird es schnell kühl. Man schwitz viel. Die spezielle Kleidung ist ausgezeichnet, denn man trocknet auch sehr schnell wieder. Mindestens 4 Liter Wasser oder Tee soll man auf dieser Höhe trinken, um keine Höhenkrankheit zu bekommen. 

Gegen 12.30h kamen wir dann in Pakding (2.600m) an. Zugegebenermaßen waren wir ziemlich fertig. Wir wohnen in einer kleine Lodge am Wegesrand. In den Zimmern gibt es lediglich 2 mit Schaumstoff gepolsterte Pritschen, auf denen wir mit unseren Schlafsäcken liegen. WC und Dusche sind auf dem Gang. Das WC ist ähnlich dem auf einer gut frequentierten deutschen Autobahnraststätte - also schmutzig. Geduscht haben wir heute nicht. Zähneputzen geht mit gekauftem Wasser, damit man bloß keinen Durchfall bekommt. Auch rohes Obst oder Salat ist tabu.

Mittags habe ich gebratenen Reis gegessen, abends gebratene Nudeln. Kohlehydrahte sind wichtig, zumal morgen eine extrem schwere Etappe mit 800 Höhenmetern bevorsteht. Heute sind wir noch in Sportschuhen gewandert. Morgen geht es nur noch mit den Stiefeln. Hoffentlich bleibt das Wetter so schön. Zwar hatten wir nach dem Lunch 3-4 Stunden geschlafen, aber jetzt ist es gleich 21.30h und wir müssen fit sein für morgen. 

Also Gute Nacht. Ich schlafe jetzt.

Samstag, 19. September 2009

19.09. (Sa - Tag 2 - Kathmandu)

Heute war ein langer Tag. Eigentlich ist alles so gelaufen, wie wir es uns gedacht haben. Die Flüge waren zwar sehr früh, aber sie waren angenehm.

Gegen 18h Ortszeit landeten wir in Kathmandu. Die Visaformalitäten waren recht zügig erledigt. Man muss ca. 40 EUR pro Person zahlen. Ich tauschte vor dem Visaschalter noch schnell Euro in Rupien um (im übrigen ist der Kurs ca. 1:10), aber für die Visagebühr wollte keiner die eigene Währung haben.

Das Chaos überraschte uns dann aber bei der Gepäckausgabe. Es gab eigentlich nur ein Gepäckband und das wurde von allen belagert. Die Leute nahmen auch Koffer vom Band, die ihnen nicht gehörten und ließen sie dann irgendwo liegen. Rund 1 Stunde nach der Landung waren wir dann endlich raus aus dem Flughafen, der eigentlich nur aus 1 Terminal besteht.
Der Reiseveranstalter empfing uns und ca. 20 weitere Teilnehmer am Ausgang. Dann wurden die Gepäckstücke in Kleinbusse verladen und wir ebenfalls - nicht jedoch ohne uns vorher dreist um ein dickes Trinkgeld zu fragen, und zwar mehrfach. Ich gab 10 EUR für uns beide - was recht viel ist - und kaum hatte ich das Geld gegeben, kam prompt die Forderung "Noch mal 10! So etwas habe ich ja noch nie erlebt. Natürlich hab ich nichts mehr gegeben, die spinnen wohl.

Die Fahrt zum Hotel war abenteuerlich. Es war dunkel und sehr chaotisch. Hier gibt es Linksverkehr. Die Stadt ist sehr voll, überall gibt es Geschäfte und Garküchen und die Straßen sind sehr schlecht. Abgesehen von den doch zudringlichen Leuten am Flughafen scheinen die restlichen Nepalesen eher friedfertig und freundlich zu sein.

Unser Hotel war recht ordentlich und hatte 3 (nepalesische) Sterne. Unser Zimmer war zwar sehr spartanisch, hatte jedoch sogar TV, a/c und Minibar. Hierzulande würde das Hotel nicht einen Stern bekommen, aber immerhin. Bei einer kurzen Vorbesprechung auf der Gartenterrasse des Hotelrestaurants lernten wir noch unsere beiden Mit-Trekker Harald aus Österreich und Alexander kennen sowie unseren Bergführer Ram (Foto v.l.n.r.: Chris, Alex, Harry, Ralf).  
Wir tranken ein paar leckere Tuborg und aßen noch ein wenig - im übrigen sehr günstig und durchaus genießbar - und gingen dann auch schon auf das Zimmer, denn am nächsten morgen sollten wir schon um 5 Uhr zum Frühstück erscheinen.

Zurück im Zimmer - draußen spielte übrigens irgendwo in Kathmandu ganz laut eine Bar Rockmusik à la TNT - machten wir dann das erste Mal die Erfahrung mit unserem eigenen Chaos.

Denn es hieß nun, sich zu entscheiden, was in dem Tagesrucksack mitzunehmen ist und was in den großen Seesack kommt, den die Sherpas tragen. Ich entschied mich für Kamera und Weitwinkelobjektiv, Pass und Geld, ein paar wichtige Medikamente, Regenhose und -jacke, Sweatshirt, Powerriegel, Wasserblase, Mütze und feuchte Tücher. Somit war der Tagesrucksack schon ansehlich schwer. Der Rest wanderte in den Seesack, den man ja erst abends im Ziel wiedersehen würde. 

Das ganze dauerte aber ganz schön lange, denn einerseits war mein Wunddesinfektionsspray ausgelaufen und ich musste die Sachen trocknen. Anderseits musste ich alles mehrfach rein- und rausräumen, weil ich was vergessen hatte.

Schließlich waren Ralf und ich fertig und riefen noch mal unsere Lieben an. Leider hatte Ralf keinen Empfang und ich konnte nicht angerufen werden. So sprachen wir nur kurz mit Mallorca bzw. Istanbul.

Todmüde schlief ich dann auch kurz daraufhin ein - so um ca. 1 Uhr. Ralf konnte wohl erst später schlafen.

Tag 1 war vorbei.

Bye Bye Du-bye


Nach 4 Stunden Schlaf ging es heute morgen schon wieder los. Zum Glück ist es um diese Uhrzeit noch nicht so heiß.

Jetzt sitzen wir in der Gulf Air Lounge am Flughafen in Dubai und nehmen unsere Henkersmahlzeit zu uns.

Boarding ist in gut 30 Minuten. Das nächste Ziel ist Bahrain, von da aus geht es dann endlich nach Kathmandu.






Freitag, 18. September 2009

Gute Nacht Dubai

Nun ist der erste halbe Reisetag vorüber. Die Nacht verbringe ich bei Ralf in seiner Wohnung auf Palm Jumeirah.
Er hat mir auch noch einige Dinge aus Deutschland mitgebracht: Daunenjacke, Handschuhe, Moskitonetz und eine Menge Pillen. Vitamine, Mineralien usw.
Jetzt ist es halb 1 und um 5 Uhr klingelt schon wieder der Wecker.
Gute Nacht Dubai, ich hatte dich wirklich vermisst.

Ich bin dann mal weg ...

Nun ist es endlich soweit. Es geht los. Zur Feier des Tages habe ich mich heute rasiert. Ich habe aber vor, dies in den nächsten Wochen nicht mehr zu tun - aus praktischen und auch hygienischen Gründen.

In ca. einer halben Stunde ist Boarding. Ich fliege mit Emirates erst einmal nach Dubai. Dort treffe ich dann heute Nacht Ralf und wir fliegen morgen um 8 Uhr schon wieder weiter via Bahrain nach Kathmandu.

In Istanbul sind jetzt so 26 Grad Celsius, in Dubai 35 und in Kathmandu 29 Grad. Erst wenn wir höher steigen, wird es kühler.

Gestern habe ich noch einiges über die gesundheitlichen Gefahren gelesen. Wegen meiner Fitness habe ich keine Bedenken, aber Höhenkrankheit und die verschiedenen Durchfallerkrankungen machen mir doch ein wenig Kopfzerbrechen. Und ich bin ja auch kein besonders guter Trinker, und gerade das ist da oben ziemlich wichtig. Nun gut, jetzt ist es eh zu spät. 

Zu Hause ist alles soweit organisiert. Um ehrlich zu sein hatte ich gar nicht geglaubt, dass ich alles so auf den Punkt genau ereldigen kann. Aber ich habe es geschafft und kann jetzt bedenkenlos trekken gehen. Einen dicken Kuß an meine liebe Yesim und die süße Dicle. Ich vermisse euch jetzt schon :'-(

Der nächste Blogeintrag kommt dann in Dubai. Guten Flug 😀