Sonntag, 18. Oktober 2009

Feedback von Sunrise



Im aktuellen Newsletter wurde die Spende an Sunrise erwähnt:

Family Re-Integration Program – Community Scholarship Program
Sunrise now sponsor 31 children from within the local community to attend school. These children generally have a single mother who does some form of manual labour work earning $30-50 per month, barely enough to pay the rent of a room and food. The program covers all the education costs and provides them with one meal at school per day.
This project has been kindly supported by Christian Theisen from Germany. In the few months leading up to Christian’s recent visit, he very creatively jumped on board Twitter, drumming up votes from friends and family to become Mr Twitter Germany (which he won!).
Christian generously pledged to match the number of votes he received with $, raising over $10,000 for these children. Well done and thank you Christian!

Sonntag, 4. Oktober 2009

04.10. (So - Tag 17 - Kathmandu)

Heute standen 2 Termine auf dem Plan: Erstens die Stadtbesichtigung und zweitens das Treffen mit Sunrise.

Nachdem wir ausgeschlafen und lecker gefrühstückt hatten, trafen wir unsere Kontaktleute von der Agentur. Der Chef besprach mit uns die Umbuchung der Tickets (da wir ja früher fliegen wollten), und sein Mitarbeiter, ein 66jaehriger "Freelancer", sollte uns Kathmandu zeigen. Shiva, so sein Name, kann Deutsch und ist sehr nett.
Wir sahen uns dann in den darauf folgenden 4,5 Stunden 3 Sehenswürdigkeiten an. Zunächst einen buddhistischen Tempel, den Swayambhunath. Er ist als Monkey-Tempel gekannt, weil dort überall Affen herumlaufen. Die sog. Stupa ist eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt. Teuile werden auf über 2.500 Jahre geschätzt. Überall laufen dort Gläubige und Pilger herum, drehen die Gebetsmühlen, machen Opfer und beten. Und die gleißigen Affen stibitzen sich dann die Frucht- und Gemüseopfer wieder aus den jeweiligen Heiligtümern.
Dann besuchten wir die wichtigste hinduistische Temeplanlage in Kathmandu, die Pashupatinath. Der Hindutempel liegt an dem heiligen Fluß Bagmati. Dort werden am Ufer die Toten verbrannt und dann deren Asche in den Fluß geschüttet. So eine Verbrennung findet unter Zuhilfenahme von Butter und Holzscheiten statt und dauert ca. 3-4 Stunden. Daneben spielen im Wasser viele kleine Kinder. Sie springen in die dunkle Brühe oder fischen mit Magneten nach Geldmünzen. Der Kontakt mit dem Tot scheint sehr direkt zu sein und somit ist es nicht verwunderlich, dass niemand so richtig Anteil nimmt. Auch gegen das Fotografieren und Filmen des Vorgangs ist niemand. Für unser Verständnis ist das schon sehr merkwürdig.
Im übrigen werden Schwangere, Kinder unter 5 Jahren sowie Menschen, die an einem Schlangenbiss gestorben sind, nicht verbrannt, sondern begraben.

In der Tempelanlage "lungerten" auch viele sog. Bettelmönche herum, die sich grellorange ankleiden und kalkweiss bemalen, lange Haare und Bärte haben und irgendwo rumliegen. Es sind keine richtigen Mönche, sondern Bettler. Sie machen halt Show. Aber wir haben auch ein paar Leprakranke gesehen. Die waren echt - das kann man nicht faken. Schon sehr bestürzend.
Die dritte Tempelanlage, die wir besichtigten, ist die Boudha. Sie ist eine der größten buddhistischen Stupas. Um so eine Stupa gehen die Pilger immer links herum. Mehrfach, wenn gewünscht. Das Gebilde selbst ist massiv, es befindet sich kein Raum darinnen.
Unsere Tour endete nach einem kurzen Mittagessen wieder im Hotel.
Am Nachmittag - gegen 15.30h - wurden wir dann von Emma Taylor und ihrer Mitgründerin von Sunrise abgeholt. Die Fahrt im Kleinwagen ging zum Haus, wo die Kinder wohnen. Nach rd. 30 Minuten waren wir da - just als der Schulbus dort mit den Kindern ankam.
Sunrise hat 2 Häuser für die Kinder angemietet, eins für die Kleinen Jungs und die Mädchen und eins für die größeren Jungen. Das Haus für die Kleinen erinnert ein wenig an die Villa Kunterbunt von Pipi Langstrumpf. Wirklich sehr witzig.
Die Kleinen begrüßten uns mit einem freundlichen "Namaste" (Hallo) und fragten ganz direkt nach unseren Namen. Sie hatten alle Schuluniformen an. Sehr niedlich. Dann verschwanden sie ganz schnell in die Villa Kunterbunt, während Emma uns einiges über die Gesamtsituation erzählte. Als wir dann so vor dem Haus standen strömten die Kleinen wieder aus dem Haus. Sie hatten sich umgezogen und trugen nun ihre Freizeitkleidung. Sie waren alle sehr fröhlich und sprangen im Garten umher. Dort steht auch eine Art Schuppen, in dem sie ihre Hausaufgaben machen. Alles sehr, sehr einfach und ohne Licht.

Das Haus selbst ist eine Villa. In einem Raum schlafen auf 2 Doppeletagenbetten z.B. 11 Jungs. Daneben steht ein Bett, in dem die Hausmutter schläft. Dann gibt es noch weitere Zimmer für die Mädchen und eins für den Voluntär. Außerdem steht natürlich ein Gemeinschaftsraum und ein Trainingsraum für die Physiotherapie zur Verfügung - denn einige Kinder haben körperliche Behinderungen. Alles sehr, sehr simpel. Aber, die Kinder sind sehr fröhlich. Man sieht es ihnen an, dass sie glücklich sind. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was sie schon so erlebt haben.
Emma und ihre Kollegin machen einen tollen Job. Jedes Kind ist ihnen mehrfach um den Hals gefallen. Alle lachen viel und haben Spaß. Die Kinder kümmern sich auch um ihre eigenen Sachen und sind brav. Unaufgefordert zogen sie sich kurz darauf in den Schuppen zurück, um die Hausaufgaben zu machen.
Gekocht und gegessen wird im benachbarten Haus, in dem die großen Jungs wohnen. Dieser Bau ist noch in einem schlechteren Zustand. Aber auch hier sind die Jungs sehr glücklich und machen einen guten Eindruck. Im Garten wachsen übrigens Avocados, Pamelos, Guaven und andere exotische Früchte.
Alle Kinder gehen in eine Schule, die rd. 15 Minuten mit dem Bus entfernt ist. Das Schulgeld zahlt Sunrise. Die Kinder lernen dort Englisch von der ersten Klasse an.
Nach rd. 1,5 Stunden wurden wir wieder zum Hotel gebracht. Ich soll auch allen anderen Spendern noch einmal die besten Grüße und ein herzliches Dankeschön ausrichten.
Den Tag ließen Ralf und ich dann noch im nebenan gelegenen Casino beim Roulette ausklingen. Ich hatte leider kein Glück, aber dafür Ralf umso mehr. Der hat immer Glück. :)
Morgen geht der Flieger zurück nach Dubai. Darauf freuen wir uns schon.

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Samstag, 3. Oktober 2009

03.10. (Sa - Tag 16 - Kathmandu)

Der Tag, auf den Ralf und ich uns schon gefreut hatten: Rückflug nach Kathmandu, und zwar mit dem Helikopter. Zugegeben: Ein wenig mulmig war uns schon. Die Technik ist sicherlich nicht immer einwandfrei hier in Nepal. Und die Winde hatten wir ja schon selbst kennengelernt. Nun ja.

Der Helikopter sollte um 9.00h oben bei dem Kloster landen. Also mussten wir zeitig aufstehen, frühstücken und wieder die 200m von der Lodge nach Tengboche hochsteigen. Ach ja, das war übrigens eine ganz schön steile Steigung, das hatte ich gestern gar nicht erwähnt. Ralf hatte seine Schuhe unserem Bergführer Ram geschenkt, ich meine im Gepäck verstaut. Insofern liefen wir die Strecke mit Sportschuhen.

Um 9.00h waren wir oben - aber das Wetter war sehr bedeckt. Also war es mehr als fraglich, ob der Helikopter überhaupt kommen könnte. Wir setzten uns also in eine Lodge, tranken Tee und spielten Karten. Alexander und Harald waren auch dabei, denn sie mussten ohnehin den Weg bis dahin laufen und dann von da aus weiter nach Namche Bazar gehen.

Ram, unser Führer, telefonierte mit dem Helikopter und fand heraus, dass er in Kathmandu (also ca. 1 Stunde entfernt) noch gar nicht losgeflogen war, denn dort regnete es in Strömen. Im Grunde war es heute das erste Mal, dass wir so Pech mit dem Wetter hatten.

Nach längerem Warten bekamen wir dann die Nachricht, dass der Helikopter nun am Flughafen in Lukla angekommen sie und aufgetankt werde. Nach weiterem Warten hiess es dann, dass er losgeflogen sei. Also noch ca. 20 Minuten warten.

In der Zwischenzeit hatten wir Alexander und Harald verabschiedet, denn die hatten noch eine lange Etappe vor sich und es war ja nicht ganz gewiss, wann der Heli ankommen sollte.

Der Helikopter landete dann auf einer Weide und nicht auf dem Heliport. Vorher hatte uns noch ein Einheimischer gefragt, ob er mitfliegen dürfe, weil seine Schwester in Kathmandu krank geworden sei. Das war sicherlich eine glatte Lüge, aber wir nahmen den Mann mit. Vielleicht bringt das uns irgendwann mal Glück.

Der Flug war mehr als Wahnsinn. Der Helikopter blieb in Tengboche nur wenige Minuten am Boden, weil es sich zwischenzeitlich immer wieder zugezogen hatte. Er wollte so schnell wie möglich aus dieser waschküche raus. Zunächst ging es ca. 10 Minuten nach Lukla. Dort landeten wir kurz, verstauten das Gepäck besser und tankten erneut. Dann ging es weiter. Der Helikopter musste recht hoch fliegen, weil er immer wieder über den einen oder anderen Bergkamm musste. Und hinter jedem Kamm ging es steil bergab, so dass die auftreibenden Winde den Helikopter stark schaukelten.  Manchmal war das gar nicht so witzig.


Der Flug dauerte ca. 50 Minuten. Man kann es nicht mit Worten beschreiben. Unglaublich. Ich habe Fotos gemacht und Ralf hat gefilmt. Unter uns wurde es immer grüner und man konnte gut den terrassenweisen Anbau sehen. Und endlich waren wir in Kathmandu. Am Flughafen. Sicher gelandet. Puh!

Vom Flughafen aus ging es per Taxi zum Hyatt Hotel (s.Foto: Lobby), die beste Adresse am Platz. Dort hatten wir zuvor 2 Zimmer gebucht. Glücklicherweise hatte man uns dann auch noch geupgradet auf 2 Suiten. Und die waren natürlich ein sehr krasser Gegensatz zu dem, was wir in den letzten beiden Wochen erlebt hatten: Weiche Betten, tolle Dusche & alles drum und dran. Ich muss es ja nicht im Einzelen beschreiben. Könnt ihr euch ja vorstellen.

Auf jeden Fall haben wir erst einmal lecker gegessen. Ich einen grossen Salat zu Beginn. Frischer Salat. Jaaaa. Und später auch Früchte. Mann, wie habe ich Salat und Früchte vermisst. Immer nur Nudeln, Reis und Kartoffeln. Das kann ja keiner aushalten. OK, zwischen Salat und Früchten gab es auch ein paar Mal den Gang zum Hauptteil des Buffets, Steaks & Co. Hmmmmm...

Den Tag haben wir einfach genossen. 2x gab es übrigens Stromausfall - ein Mal war ich gerade unter der Dusche und hatte mich einshampooniert. Tja, ist aber nichts passiert zum Glück. Das Hotel hat sicherlich einen umfassenden Plan B für solche Fälle. Denn in Kathmandu fällt das Stromnetz schon mal für 18 Stunden aus.

Schließlich sind wir dann todmüde ins Bett gefallen. Und in was für Betten :)

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Freitag, 2. Oktober 2009

02.10. (Fr - Tag 15 - Tengboche - 3.860m)


Unsere letzte Etappe führte nach Tengboche. Die letzte Etappe jedenfalls für Ralf und mich. Alexander und Harald werden noch einen Schlenker machen und die Tour dann zu Ende gehen. Ralf und ich haben entschieden, morgen mit dem Helikopter von Tengboche aus nach Kathmandu zurückzufliegen, weil wir die nächsten beiden Etappen (Namche Bazar und Lukla) schon kennen und wir möglichst bald zurück fliegen möchten. Allerdings haben wir durch die Doppeletappen und die Überschreitung des Cho La Passes insgesamt 3 Tage gewonnen und wir können die anderen ja nicht zwingen, die Tour früher abzubrechen. Alexander und Harald möchten gerne noch die ganze Zeit im Khumbu-Gebiet bleiben. Ist ja auch richtig so.

Nun ja, die heutige Etappe war sehr schön. Es ging weitgehend bergab. Die Vegetation änderte sich schnell und wir gingen auch wieder durch so etwas, was man Dörfer nennen kann. Der Weg führte uns an grünen Berghängen entlang und unten im Tal floss ein wilder Fluss. Manchmal ging es bergauf, aber überwiegend jedoch bergab. Das kann aber trotzdem schwierig sein und geht auf jeden Fall auf Bänder und Knie. Vor allem Ralf mit seiner Schleimbeutelentzündung tut mir Leid - ich frage mich ohnehin, wie er das alles geschafft hat.
Unsere Lodge liegt ca. 200m unterhalb von Tengboche - eigentlich in Deboche. Alles vergleichsweise Luxus. Weiche Pritschen und das Klima ist auch nicht mehr so eisig. Die WCs sind so lala ok, die Dusche soll gut gewesen sein, habe ich mir sagen lassen.


Nach dem Einchecken und Mittagessen ging es dann um 14.30h noch einmal hoch nach Tengboche ins buddhistische Kloster. Daneben ist auch der Heliport gelegen, von wo wir morgen aus fliegen werden. Na ja, Heliport kann man kaum sagen. Es ist ein mit groben Steinen gepflasteter Platz von rd. 25qm Ausmaß. Da bin ich ja mal gespannt morgen.

Um 15.00h bliesen die Mönche aus dem Klosterauf Muscheln und bedeuteten, dass die Zeremonie beginnt. Wir gingen - ohne Schuhe - im Kloster in den Gebetsraum und setzten uns an der Seite auf den Boden. Jeden Tag um 15.00h gibt es hier eine öffentliche Gebetsstunde.

Es kamen 6-7 Mönche, 4 davon kleine Jungen, setzten sich im Schneidersitz auf Bänke im Innenraum und zogen ihre bordeauxroten Umhänge über. Dann begannen sie zu brummen, brabbeln, schnell und melodisch Gebete aufzusagen. Irgendwie nicht gleichzeitig, aber doch so, dass eine Melodie entstand. Sehr interessant, aber auch sehr ernüchternd, wenn man das 30 Minuten mit anhört. Zwischendurch schenkte ein kleiner Mönch seinen Mitmönchen heißen Tee in ihre Trinkschalen. Alle 10 Minuten war 2-3 Minuten lang Teepause. Dann ging das Gebet weiter. Wir sind dann nach ca. 30 Minuten gegangen.
Andere Klöster haben wir nicht besucht. Es soll aber noch welche laut Karte in der Gegend geben. Wir alle gingen dann zurück zur Lodge und bereiteten uns für das Abendessen vor. Wir spielten noch Karten und gingen wie immer zeitig ins Bett.

Unsere Tagesetappe (Pheriche - Tengboche):


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Donnerstag, 1. Oktober 2009

01.10. (Do - Tag 14 - Kala Patthar 5.550m und Pheriche 4.280m)

Heute stand der 2te Fünftausender auf der Liste: Der Kala Patthar.
Von der Lodge in Gorak Shep aus stiegen wir um 6.30h auf den Kala Patthar. Nach rd. 100 Minuten waren die 420 Höhenmeter bis auf den Gipfel bei 5.550m geschafft. Der höchste Punkt, den ich je zu Fuß erreicht habe. Aber jeder Schritt war schwer. Die Luft machte das Atmen so mühsam, dass ich alle paar Schritte pausieren musste. Besonders mühsam wurde es, weil der Weg mit Steinen und Felsbrocken übersät ist. Kam mal eine Strecke, die steinfrei ist, dann konnte man ein langsames Tempo finden und Schritt für Schritt nach oben gehen. Aber sobald ein Fels zu übersteigen war, kam ich aus dem Rhythmus und die Atmung hakte.

Oben hatten wir dann einen fantastischen Ausblick auf viele Berge. Auch auf den Mount Everest (s. Foto, mittlere Spitze), der am Vortag "geschlafen" hatte, wie die Nepali zu einem Berg sagen, der von einer Wolke zugedeckt ist.


Der Everest - eigentlich heißt er (so wie der Nationalpark) Sagarmatha - sieht gar nicht so besonders aus und ist auch gar nicht so gut zu sehen. Da sind andere Berge viel schöner. Wir machten viele Fotos und genossen die Momente. Ganz oben auf der Spitze war ich auch, aber mir war schon ziemlich mulmig, denn es ging ziemlich tief nach unten. Überall hängen diese bunten Gebetsfahnen. Sie haben immer 5 Farben, die Farbe blau steht dabei für den Himmel, weiß für die Wolken, rot für das Feuerelement, grün für das Wasserelement und gelb für das Erdelement.

Der Abstieg vom Kala Patthar ging vergleichsweise schnell. Danach gab es endlich Frühstück und wir brachen auf nach Pheriche.


Der Weg dorthin ging hauptsächlich bergab - von der Spitze des Kalla Patthar gerechnet sogar über 1.200 Höhenmeter. Auf dem Weg merkten wir die Veränderung der Natur, es gibt viel mehr grün und auch viel mehr Tiere. Unterwegs kamen wir an einem Memorial für die Verstorbenen an Mount Everest vorbei. Sehr bewegend.

Unser Ziel Pheriche ist ein Ort, der als solcher bezeichnet werden kann, wohingegen die anderen Orte lediglich Ansammlungen von Lodges für Touristen sind. Hier haben wir eine klasse Lodge gefunden. Nebenan gibt es ein Internetcafé und sogar eine deutsche Bäckerei, die wir allerdings noch nicht ausprobiert haben.
Morgen geht es dann weiter bergab nach Tengboche, wo es ein bedeutendes Kloster gibt.

Unsere Tagesetappe (Gorak Shep - Pheriche):



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Mittwoch, 30. September 2009

30.09. (Mi - Tag 13 - Mount Everest Base Camp 5.360m und Gorak Shep 5.130m)

Heute ging es zu dem großen Ziel der Reise: Zum Mount Everest. Zunächst jedoch mussten wir unsere Zelte in Lobuche abbrechen und auf 5.130m nach Gorak Shep wandern. Es war zwar nur eine Strecke von rd 3 Std., aber die kam mir wie eine Ewigkeit vor. Es ging zwar insgesamt nur 230 Höhenmeter hoch, dafür aber immer bergauf und bergab. Und wir durchschritten ein Gletschergebiet, insofern gab es wieder viele Felsbrocken.

Endlich angekommen aßen wir ein wenig und machten uns dann zusammen mit Jakob, einem einsamen Trekker aus Bielefeld, auf den Weg zum Base Camp am Fuße des Mount Everest. Die Strecke dauerte rd. 2 Std. und führte uns an vielen interessanten Bergen vorbei. Der Weg führte hauptsächlich an einen Gletscher entlang, d.h. wir liefen auf der Spitze der Seitenmuräne.
Dann bog der Weg plötzlich in die Mitte des Gletschers ab, denn dort ist der offizielle Ort des Base Camp. Aber zu sehen war da nicht viel. Klar, der Gletscher und die Berge sind schon Klasse. Aber der Mount Everest lag - so wie leider oft - in Wolken eingehüllt. Es war ja auch schon Nachmittag. Noch weiter am Berg befindet sich derzeit übrigens das Basislager einer Expedition des indischen Militärs, die in den kommenden Tagen zum Gipfel des Mount Everest wollen.
Wir machten also einige Fotos, bestaunten die grandiose Umgebung und gingen dann wieder zurück. So ein Gletscher sieht übrigens wie eine lange Schutthalde aus. Wenn man näher hinschaut erkennt man, dass nur knapp unterhalb der Schuttoberfläche dickes Eis ist.
War es auf dem Hinweg noch warm gewesen, kühlte es sich auf dem Rückweg sehr schnell ab.
Wieder zurück in der Lodge saßen wir noch zusammen und spielten Karten. Nach dem Abendessen verzogen wir uns schnell auf unsere Zimmer, weil wir alle müde waren und morgen um 6.00h der Kala Patthar zu besteigen ist.

Unsere Tagesetappe (Lobuche - Gorak Shep):


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Dienstag, 29. September 2009

29.09. (Di - Tag 12 - Lobuche - Akklimatisierungstag)

Den heutigen Tag haben wir nur in der Lodge verbracht.


Zuerst haben wir gefrühstückt und uns dann in die Sonne gesetzt. Es ist warm, solange die Sonne scheint. Sobald eine Wolke kommt, wird es kühl. Die Lodgen erzeugen hier Strom mit kleinen Sonnenkollektoren oder mittels Generator. Allerdings muss der Treibstoff dafür mit Yaks aus der Stadt hochgeschleppt werden. Einige Lodges haben auch "Sonnenöfen", die mit Spiegeln die Hitze in einem Punkt focussieren. Dort steht dann ein großer Topf mit Wasser, der aufgeheizt wird. Mit dem Wasser kann man sich dann duschen oder es wird zum Kochen benutzt.


Heute habe ich mit diesem Wasser geduscht und dabei Wäsche gewaschen. Das Wasser war heiß, aber die Dusche selbst kalt. Vor allem der Betonboden. Die Wäsche und meine Haare habe ich an der Sonne getrocknet.

Dann haben wir etwas gegessen und uns dann ein wenig hingelegt.

Nachmittags haben wir Karten gespielt. Eine große Truppe von 23 Kanadiern ist angekommen und macht aus dem Ort der Stille einen ziemlich lauten Platz.

Später gab es Abendessen und wir haben noch ein bisschen Karten gespielt.

Das war es für heute.

Ach ja: Heute ist unser Hochzeitstag. Von hier aus viele Küsse und Umarmungen. Ich liebe Dich, Yeşim.

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Montag, 28. September 2009

28.09. (Mo - Tag 11 - über den Cho La Pass 5.370m nach Lobuche 4.900m)

Wenn ich geschrieben habe, gestern sei die Hölle gewesen, dann kannte ich den heutigen Tag noch nicht.

Leider stand der Tag unter keinem guten Stern. Mir war die ganze Nacht schlecht gewesen und daher hatte ich kaum geschlafen. Um 4.30h ging der Wecker. Bis aufs Zähneputzen in der sternenreichen nepalesischen Steppe fiel die Katzenwäsche daher heute mal ganz aus. Um 5.00h gab es Frühstück, also musste ich zuvor noch den Seesack packen. Gefrühstückt habe ich dann gar nichts, weil mir einfach noch zu schlecht war. Dafür habe ich 2 Snickers und 1 Flasche Cola gekauft. Zucker ist immer gut.

Von der Lodge aus begann recht bald der Anstieg. Ca. 3 km mussten wir eine noch relativ geringe Steigung bewältigen. Trotzdem ist das um diese Uhrzeit eine Tortur. Dann erreichten wir eine Anhöhe, von der wir den Pass sehen konnten, den wir heute überwinden sollten (s. Foto: Der Pass ist in der Mitte zwischen den beiden Gipfeln). Er ist unheimlich steil und hoch. Um dahin zu gelangen, mussten wir noch einmal absteigen und durch ein Tal voller Felsbrocken. Alleine diese Strecke war unmenschlich.
Und dann begann der Aufstieg zum Pass. Rund 600 Höhenmeter mussten wir überwinden. Schutt, Steine, Felsbrocken. Alles zugeschneit. Ein Weg war kaum erkennbar. Seitlich ging es steil bergab. Ein falscher Schritt und es wäre aus. Und ich muss gestehen, dass ich an dieser Stelle einen kräftemässigen Einbruch hatte. Alle 2-3 Schritte musste ich eine Pause einlegen, um den Puls wieder zu senken. Eigenartigerweise musste ich dann alle paar Minuten wie aus heiterem Himmel ganz schnell 5-6 Atemstöße atmen. Ich hatte halt nichts gegessen und es ging mir an diesem Tag einfach nicht gut.

Trotzdem habe ich es - ganz langsam und mit der Hilfe der anderen Jungs - geschafft. Und dann oben auf 5.370m angekommen tat sich ein unheimlich schöner Anblick auf. Alles weiß verschneit. Ein riesiger Gletscher, den wir entlanglaufen durften. Durch den Schnee. Die anderen Berge boten eine wahnsinnige Kulisse. Der Schnee war so grell, dass man es ohne Sonnenbrille nicht aushalten konnte. Einmalig. Die Qualen des Vormittags - wir hatten bis dahin 5 Stunden benötigt - waren vergessen. An dieser Stelle aber noch einmal die Bemerkung, dass diese Etappe unwahrscheinlich schwer und m.E. sogar gefährlich war.


Am Ende des Gletschers konnten wir dann schon in der Ferne unser eigentliches Tagesziel, Dzonghla (4.650m), sehen. Aber bis dahin benötigten wir noch einmal über 1 Stunde für den Abstieg. Der war ebenso schwierig wie gefährlich. Um mal ein Bild zu zeichnen: Die Regionen, die wir durchwanderten, sehen genauso aus wie die aus der Triologie "Herr der Ringe".

Es gibt Steine und Felsen, die sind so schön, man möchte sie alle mitnehmen. Viele Steine glitzern ganz eigenartig. Dann gibt es viele Steine, deren Rot verrät Eisen oder Grün verrät Kupfer. Da man fast die ganze Zeit auf den Weg achten muss, sieht man so viele Steine. Man kann es nicht mit Worten beschreiben.


Endlich nach 7 Stunden in Dzhonghla angekommen, wurden unsere schlimmsten Vermutungen wahr. Die Lodge ist so ziemlich das letzte Loch, in dem man wohnen möchte. Es gibt einen Raum mit Holzetagen, auf denen mehrere Matratzen nebeneinander liegen (s.Foto). Also schläft man Seit an Seit mit fremden Trekkern. Somit stand unsere Entscheidung, nach dem Mittagessen direkt weiter nach Lobuche zu ziehen, sofort fest. Also aßen wir schnell etwas und machten uns sofort wieder auf den Weg.

Der Weg hatte eine Steigung um ca. 250m und war eigentlich ganz ok. Wir hatten weitere 3 Stunden eingeplant, und die brauchten wir dann auch. Insgesamt sind wir dann also Netto 10 Stunden gewandert. Und der Pass ist wohl die schwierigste Etappe auf der ganzen Tour. Auf jeden Fall brauchten wir auf dem letzten Stück dann sogar noch unsere Regensachen, weil es zu schneien anfing. So habe ich die Klamotten dann auch mal benötigt. Immerhin.

Hier in Lobuche ist die Lodge ganz ok. Die Zimmer sind einfach und kalt, aber alles scheint sauber zu sein. Ich habe sogar mit Yesim und Dicle telefoniert, weil es ein fest installiertes Telefon gibt. Unsere Mobiltelefone haben immer noch keinen Empfang.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir alle völlig fertig sind und seit Tagen auch nicht mehr geduscht haben, werden wir hier einen Extratag bleiben. Ich möchte einfach nur schlafen.

Lobuche ist - so wie die anderen Stationen auch - kein Ort in dem Sinne. Es ist eine Ansammlung von mehreren Gasthöfen. Mehr nicht.

Morgen werde ich also schlafen, duschen, Wäsche waschen und mich einfach langweilen. Wie schön.

Unsere Tagesetappe (Dragnak - Lobuche):


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Sonntag, 27. September 2009

27.09. (So - Tag 10 - Gokyo Ri & Dragnak)

Der heutige Tag war geprägt von 2 echten Highlights: Erstens die Besteigung des ersten 5.000ers (Gokyo Ri) und zweitens die Überquerung eines Gletschers.

Der erste Teil, die Besteigung des Gokyo Ri, war die Hölle. Ich stellte meinen Wecker auf 3.30h Uhr und wir trafen uns um 3.50h in der Stube. Dann gab es ein wenig Tee und ich aß noch Kekse und einen Powerrigel. Ohne richtiges Frühstück gingen wir los. Der Gokyo Ri hat 5.350m Höhe und von unserer Lodge waren es noch ca. 600 Höhenmeter bis zur Spitze.

Wir waren mit Führer 6 Personen und hatten Kopflampen an(s. Foto mit Harald), weil es draußen stockfinster war. Und es war bitterkalt. Zunächst mussten wir noch über einen flachen Fluß, der in den See mündet. Wir sprangen also im Schein unserer Kopflampen von Stein zu Stein über Wasser. Was für ein Tourauftakt.


Der ganze Aufstieg dauerte ca. 2,5 Std. - eine einzige Qual. Es ist unbeschreiblich. Alexander lief mal wieder vor, wir voerloren ihn ziemlich schnell in der Dunkelheit aus den Augen. Der Rest der Gruppe hielt zusammen, auch wenn zumindest Harald auch schneller hätte gehen können.

Als wir dann oben angekommen waren, tröste uns natürlich der famose Ausblick für die Strapazen. Die Sonne war auch bereits aufgegangen. Der Blick auf die umliegenden Berge und vor allem auch auf den Gletscher (s. Foto) war beeindruckend. Wir machten oben viele Fotos und stiegen dann wieder ab. Der Abstieg war natürlich einfacher, aber immer noch sehr anstrengend.


In der Lodge trafen wir dann Ralf, frühstückten, packten unsere Klamotten und verabschiedeten Stefan und Sandra. Sie haben eine kleinere Tour gebucht und sind jetzt auf dem Weg zurück nach Kathmandu.

Ralf, Harald, Alexander und ich machten uns dann kurz darauf auf den Weg nach Dragnak, einem Ort kurz vor dem Pass zum Mount Everest, den wir dann am folgenden Tag gehen werden.


Der Weg führte uns zunächst von Gokyo aus die Seitenmouräne hoch (s. Foto mit See) und dann mitten über einen riesigen Gletscher. So etwas habe ich noch nie von der Nähe gesehen geschweige denn, ich bin jemals auf einen Gletscher gelaufen. Es ist unvorstellbar. Man sieht nur eine riesige Stein- und Geröllansammlung. Man meint, es wäre ein Steinbruch. Dazwischen gibt es ab und zu Seen im Gletscher. Dort kann man dann die Dicke des Gletschers erkennen, denn die zum Wasser abfallenden Seiten sind pures Eis. Die Steine und Felsen sind wahnsinnig schön. Zwar ist alles auf den ersten (und weiten) Blick Grau in Grau, aber wenn man dann unten ist, sieht jeder Stein anders aus. Viele sind marmoriert oder glitzern sehr stark. Am liebsten hätte ich viele mitgenommen, aber das ging leider ja nicht. Dicle hätte ihre wahre Freude gehabt.


Den Weg bin ich in Sportschuhen gelaufen, weil ich am rechten Fuß Probleme mit der Achillessehne habe. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir die Lodge, die einen guten Eindruck macht.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Gemeinschaftsraum, aßen Mittag- und Abendessen und wuschen Wäsche. Später schneite es sogar, so dass wir gar nicht wissen, ob es mit der Passüberquerung morgen klappt. Auf jeden Fall müssen wir morgen wieder früh raus, und zwar gehen wir um 5.30h los. Der Pass ist lang und wir werden ca 7-8 keinen Stopp machen können. Dann jetzt mal gute Nacht.


Unsere Tagesetappe (Gokyo - Dragnak):



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Samstag, 26. September 2009

26.09. (Sa - Tag 9 - Gokyo - 4.750m)


Gokyo liegt in 4.750m und somit fast auf Höhe des Mont Blanc, dem höchsten Punkt der Alpen. Der Ort liegt am Fuße des Gokyo Ri, dem ersten 5.000er, den wir morgen auf dieser Tour besteigen werden. Er sieht unspektakulär aus (s. Foto mit See), man hat jedoch wohl einen fantastischen Blick auf die anderen Berge.
Die Tour heute begann wie immer mit einer kurzen Katzenwäsche und dem Frühstück. Das Wetter war wunderbar und so brachen wir freudig um 8.00h nach Gokyo auf. Der erste Teil war wieder ein starker Anstieg, gefolgt von einer längeren mehr oder weniger ebenen Strecke. Die mit weißem Schnee bedeckten 7.000er und 8.000er begleiten uns jetzt überall. Es ist schon ein Wahnsinns-Anblick. Obwohl wir schon auf über 4000m Höhe laufen, sieht es so aus, als wären wir im Tal.

Die Landschaft ist karg, grün und steinig. Man wandert entlang dem reißenden Fluß Dudhkoshi, der sein Flußbett - voll von weißen Felsbrocken - nur zur Hälfte ausfüllt. Zunächst ist man noch gut 100m oberhalb des Flusses. Später steigt man ab und läuft daneben. Eigentlich steigt man nicht ab, weil der Fluß ja in den Bergen entspringt und ins Tal fließt, man geht also bergauf. Der Weg ist sehr steinig und das ist sehr schwierig zu laufen. Überall sind kleine Steine auf die grösseren Felsbrocken aufgeschichtet. Das soll wohl als Wegmarkierung dienen, wenn die Wege verschneit sind.

Die Gruppe hat kein einheitliches Tempo. Einige gehen schnell, andere langsamer. Jeder hat sein eigenes Tempo. Man bekommt auch schwer Luft. Kommt eine kleinere Steigung, ist man schnell aus der Puste. Man macht ohnehin viele Pausen, da man trinken muss - oder auch mal einen Powerriegel essen.


Nach rd. 3,5 Std. kamen wir in Gokyo an. Da war ich schon geschafft, weil ich die letzten Nächte auch nicht so gut geschlafen habe. Und das Frühstück heute früh war auch nicht so fürstlich gewesen. Drei aus unserer Gruppe, Harald, Stefan und Alexander, sind aber noch auf den Gokyo Ri raufgestiegen, weil das Wetter gut war.

Der Rest von uns, Ralf, Sandra und ich, blieb in der Lodge, aß zu Mittag und ruhte sich aus. Die drei Bergsteiger kamen nach rd. 3,5 Std. zurück. Das Wetter hatte sich wohl zwischenzeitlich zugezogen, so dass die Sicht nicht so toll war. Und es war auch kalt.

Morgen früh ist nun unser geplanter Aufstieg zum Gipfel. Um 4.00h ist Treffpunkt und es gibt einen Tee. Dann geht es die 600m hoch und hoffentlich werden wir den Sonnenaufgang erleben. Ralf möchte allerdings nicht mitkommen.


Unsere Lodge, das Gokyo Resort, liegt direkt am Gokyo Lake und ist recht ordentlich. Ralf und ich haben uns je ein Doppelzimmer mit eigenem WC gegönnt. Die Wände sind natürlich auch wieder aus Spanholz - diesmal jedoch mit Tapete bezogen. Fragt mich aber nicht wie: Man hat einfach irgendwelche Reste genommen und zusammengeklebt. Alles recht abenteuerlich aber in Hinblick auf die bisherigen Unterkünfte schon gut. Unser Anspruchsniveau ist mittlerweile sehr gering.

Die Lodge hat auch Telefon, so dass Ralf Patrizia und ich Yesim anrufen konnten. Nach mehreren Tagen das erste Lebenszeichen von uns.

Bis zum frühen Abendessen spielten wir noch Kniffel. Nach dem Essen ging es dann für alle früh ins Bett.


Im Zimmer spielt sich dann immer eine ähnliche Prozedur ab: Ich lege die Sachen für den kommenden Tag raus und packe den Rest so weit wie möglich schon in verschiedene Beutel. In den Schlafsack schlüpfe ich mit langer Leggins, Wollsocken und Fleecepulli, weil es unheimlich kalt ist. Es gibt keine Heizung und wenn überhaupt nur ein Licht mit LED-Lämpchen.

Heute habe ich mal wieder nicht geduscht, weil es zeitlich zu knapp war und es außerdem ziemlich kalt ist. Die Dusche wäre neben/unterhalb des Gemeinschaftsraums gewesen.

So, jetzt Licht aus, weil wir früh raus müssen.

Unsere Tagesetappe (Machermo - Gokyo):



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Freitag, 25. September 2009

25.09. (Fr - Tag 8 - Machermo - Akklimatisierungstag)

Gestern Nacht habe ich kaum geschlafen - Vielleicht insgesamt 2 Stunden. Zunächst war ich eingeschlafen, wurde aber um 22.30h wieder wach und hatte unheimliche Nackenschmerzen. Ich versuchte, mittels Podcast-Hören einzuschlafen, aber das klappte nicht. Gegen 1 Uhr nahm ich dann eine Voltaren 75 und es wurde besser. Mir war zu heiß, dann wieder zu kalt. Im Zimmer sind es so 8 Grad. Außerdem hatte ich ein starkes, drückendes Gefühl auf der Brust, was aber für die erste Nacht in so einer Höhe nichts Ungewöhnliches ist. Die Atmung ist ohnehin flacher und wurde immer wieder durch ein paar schnelle Atemzüge unterbrochen. Gegen 4.30h bin ich dann eingeschlafen, wachte aber nach ca. 45 Minuten wieder auf. Dann döste ich vor mich hin und wollte nicht mit zum Ausflug.

Trotzdem bin ich dann um 7.15h zum Frühstück gegangen und auch zu der darauffolgenden Wanderung. Wir stiegen ca. 200m hoch auf eine Anhöhe. Dort sollte man einen tollen Blick auf die Berge haben, aber leider war es schon zu spät, denn die Wolken verdeckten die Berge. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich zu bewegen, um sich zu akklimatisieren. Ein paar schöne Fotos habe ich gemacht. Es war sehr kalt und windig. Ohne Daunenjacke hält man es kaum aus.


Die Vegetation ist sehr einseitig. Es gibt ein paar immergrüne, bodennahe Sträucher, Kräuter und kleine Blumen. Die Felsen scheinen mit einer vielleicht 20-50 cm dicken Erdschicht bedeckt zu sein. Immer wieder schaut ein Felsen aus der Erde heraus. An den gegenüber liegenden Berghängen kann man teilweise direkt auf den Fels schauen, weil die Erdschicht abgerutscht ist.


Auf den Bergrücken, den wir heute hochgewandert sind, sind oft Steine aufgetürmt oder Masten mit bunten Gebetsfahnen aufgestellt. Der Wind lässt die Fahnen tanzen.

Zurück in der Lodge haben wir dann etwas Kniffel gespielt und dann gegessen. Heute habe ich MoMos gewählt, eine Art kleine, selbst gemachte Frühlingsrollen. Vorher esse ich immer eine Suppe, meistens Tomatensuppe. Das hilft, die hohe Flüssigkeitszufuhr aufrecht zu erhalten.

Nach dem Essen legte ich mich hin und auch Ralf war müde. Nach ca. 3 Stunden trafen wir uns wieder in der Stube und spielten. Man kann da nicht viel machen. Interessanterweise wurde es heute sehr voll. Während wir gestern mit einem anderen Pärchen die einzigen waren, ist die Lodge heute fast ausgebucht. Die meisten kommen aus Australien. Uns sind hier schon etliche Australier begegnet.

Heute Nachmittag fing es dann auch wieder an zu regnen - währenddessen blieben wir im Gastraum und spielten und aßen zu Abend. Erst vorhin hörte der Regen auf. Jetzt ist auch sternenklarer Himmel. Aber da es noch zu früh ist und der Mond noch nicht ganz aufgegangen ist, kann man die Berge nur schemenhaft in der Dunkelheit sehen. Vielleicht mache ich ja später noch ein Foto, falls ich wieder aufwache.

Wir alle sind froh, dass der langweilige Tag vorbei ist und wir morgen gesund weiterwandern können.

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Donnerstag, 24. September 2009

24.09. (Do - Tag 7 - Machermo - 4.400m)

Heute hatten wir eine kurze Strecke mit ca. 400 Höhenmetern. Wir brauchten dafür 3 Stunden ohne Pause. Unser Ziel war das Örtchen Machermo, eine Ansammlung von 3-4 Lodges. Da wir um 8.30h aufgebrochen waren, erreichten wir das Ziel rechtzeitig zum Mittagessen.

Der Weg war zunächst ziemlich steil, später fast eben. Das machte das Laufen einfacher. Im übrigen habe ich noch keinen Muskelkater gehabt.

Da wir jetzt oberhalb der Baumgrenze laufen, zieht der Wind sehr stark vorbei. Wenn die Sonne scheint, ist es angenehm warm und man kann im TShirt laufen, aber sobald die Sonne weg ist, geht es nicht ohne Fliesjacke. Beim letzten Anstieg hätte ich mir sogar die Daunenjacke gewünscht. Der Wind und die Wolken schießen regelrecht den Berg hinauf und sind eiskalt. Hier oben ist alles nebelig. Man kann zwar die Gehöfte sehen, aber die Berge ringsum sind in den Wolken.

Nach dem Mittagessen sind wir noch ein bisschen herumgestiegen, um uns besser zu akklimatisieren. Immerhin sind wir mit 4.400m höher als der Großglockner (3.800m) und nicht mehr weit entfernt von dem höchsten Punkt in den Alpen, dem Mont Blanc (4.808m).
Morgen werden wir dann hier bleiben. Wir hatten schon diskutiert, den Akklimisoerungstag in Gokyo zu machen, aber wahrscheinlich bleiben wir doch hier.

Jetzt ist es 14.00h. Ich werde mich ein wenig ausruhen und später duschen. Dazu bekommt man einen Topf mit heißen Wasser draußen in ein zugiges Kämmerchen geliefert.

Gegen 16.00h bin ich aufgewacht und hatte ein wenig Kopfschmerzen. Dann habe ich geduscht. Es war ziemlich kalt, auch wenn das Wasser warm war. Das alles ging ziemlich schnell, aber Hauptsache Haare gewaschen und Körper sauber. Zum Glück hatte ich mir in Namche Bazar so ein schnelltrocknendes Handtuch gekauft. Mit meinem Baumwollhandtuch wäre das nichts geworden. Das wird hier eh nicht mehr trocken. Ich glaube sogar, es zieht die Feuchtigkeit an.

Nach dem Duschen bin ich zu den anderen in die Stube. Die saßen dort schon um den Heizofen herum, der endlich lief. Dort konnte ich mir die Haare trocknen und auch das Handtuch. Wir unterhielten uns und bestellten dann Essen. Langsam wurde es dunkel und kälter draußen.

Das Essen war in Ordnung. Nichts besonderes. Wir beschlossen dabei, den Akklimisierungstag doch hier in Machermo zu verbringen.

Nach dem Essen spielten wir 2 Runden Kniffel. Es war ganz lustig. Der arme Harald hatte keine guten Würfel heute. Na, dann hat er halt Glück in der Liebe.

Jetzt gegen 21.00h gehen alle ins Bett. Es regnet draußen in Strömen. Wenn wir Glück haben, ist es morgen wolkenfrei. Dann werden wir früh aufstehen und ca. 300m auf eine Anhöhe steigen, von der man einen guten Ausblick hat. Das ist auch ein gutes Akklimatisierungs-Training für die kommende Besteigung des Gokyo Ri.

Leider haben wir seit 2 Tagen kein Telefon und auch morgen werden wir keins haben. Ich vermisse Yeşim und die kleine Dicle sehr. Vor allem, wenn man wie jetzt ein wenig Ruhe hat. Ansonsten muss man sich beim Wandern schon ziemlich konzentrieren und ist dadurch abgelenkt. Ich küsse und umarme Euch, meine Lieben.

Unsere Tagesetappe (Dole - Machermo):


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