Sonntag, 20. September 2009

20.09. (So - Tag 3 - Padking - 2.600m)

Heute klingelte der Wecker um 4.30h. Um 5.00h war Treffen in der Lobby mit Tee und Kaffee. Dann wurden wir mit Minibussen zum Flughafen gebracht. Unterwegs gab es Lunchpakete, die so lala schmeckten.

Nach dem Einchecken ging es zu den Flugzeugen. Je 16 Leute passen in die 2-Propeller-Maschinen. Unsere Fluggesellschaft hatte den klingenden Namen "Yeti Airlines".
Der Start war butterweich. Der Flug war toll, durch und über die Wolken, immer wieder Berge fast auf gleicher Höhe links oder rechts. In der Ferne sah man die 8.000er durch die Wolken blitzen.
Dann die Landung: Das Flugzeug steuerte auf einen Berg zu, wo sich die extrem kurze Landebahn (vielleicht 300 Meter???) von Lukla befindet. Das Flugzeug setz auf, schlingert und bekommt noch rechtzeitig vor den Ende der Startbahn, dem Bergmassiv, die Kurve. Übrigens ist hier letztes Jahr eine Maschine mit deutschen Touristen zerschellt: 18 Tote (18 Tote bei Absturz in Lukla). Wie gut, dass ich davon vorher keine Ahnung hatte.
Lukla ist ein kleiner Ort, eigentlich nur eine Strasse. Hier bekommt man alles, auch Coca Cola oder Pringels. Na ja, alles vielleicht nicht. Einen Starbucks gibt es auch - unglaublich, aber wahr (s.Foto). Es gibt auch eine Nepal Investment Bank, wo wir dann noch einmal Geld gewechselt haben. Man sagte uns, dass wir ca. 200-300 EUR für Getränke - hauptsächlich Wasser - benötigen.
In Lukla - übrigens 2.850m hoch - beginnen die Touren in die Khumbu-Region. Wir stiegen heute erst einmal ab auf 2.600m nach Pakding. Das ist eine Etappe von ca. 2 Stunden. Der Weg ist sehr steinig. Manchmal sind auch grosse Felsstufen eingebaut. Man muss schon ziemlich auf den Weg achten, damit man sicher auftritt und nicht ausrutscht oder übel umknickt. Kurze Strecken führten auch bergauf und der Puls ging bei uns sofort in die Höhe. Obwohl wir erst noch ganz unten waren.
Die Landschaft ist atemberaubend. Die Berge sind schon hoch und alles ist sehr grün. Alle paar Hundert Meter sind ein paar Gasthäuser, wo man Wasser (oder Cola, Schokoriegel oder Pringels) kaufen kann. Am Rande sitzen Einheimische. Männer im Garten, Frauen mit Kühen, Mütter waschen Wäsche oder ihre Kinder. Alle zurückhaltend aber freundlich.

Immer wieder kommen uns Lastenträger entgegen oder überholen uns - mit unserem eigenen Gepäck. 1 Sherpa trägt 2-4 Taschen - ich selbst hab kaum meine eigene tragen können. Und die sind ja 1-2 Köpfe kleiner, schmächtig, meist schlecht ausgerüstet - aber zäh.
Immer wieder kommt man an kleinen buddhistischen Tempeln vorbei. Dort kann man eine Gebetsmühle drehen (s. Foto) und sich etwas wünschen. Oder man kommt an Anhäufungen von Steintafeln vorbei, in die Gebete geschlagen wurden oder an schön bemalten, riesigen Findlingen. Diese Objekte stehen dann oftmals mitten im Weg und man geht übrigens immer links daran vorbei.
Auf dem halben Weg kamen wir an unsere erste Hängebrücke aus Stahl, die über einen Fluß führte. Ziemlich hoch bzw. tief das Ganze. Und wackelig, sehr wackelig. Ein echtes Highlight.
Im Laufe der Etappe kamen wir immer weiter zu einem Fluß, der sich stark und laut rauschend zwischen den Bergketten schlängelt. Das Wetter war heute sehr schön, teilweise sogar heiß. Deswegen soll man sich auch mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen, zumal die Sonne hier oben stark ist. Kommt man in schattige Bereiche, wird es schnell kühl. Man schwitz viel. Die spezielle Kleidung ist ausgezeichnet, denn man trocknet auch sehr schnell wieder. Mindestens 4 Liter Wasser oder Tee soll man auf dieser Höhe trinken, um keine Höhenkrankheit zu bekommen. 
Gegen 12.30h kamen wir dann in Pakding (2.600m) an. Zugegebenermaßen waren wir ziemlich fertig. Wir wohnen in einer kleine Lodge am Wegesrand. In den Zimmern gibt es lediglich 2 mit Schaumstoff gepolsterte Pritschen, auf denen wir mit unseren Schlafsäcken liegen. WC und Dusche sind auf dem Gang. Das WC ist ähnlich dem auf einer gut frequentierten deutschen Autobahnraststätte - also schmutzig. Geduscht haben wir heute nicht. Zähneputzen geht mit gekauftem Wasser, damit man bloß keinen Durchfall bekommt. Auch rohes Obst oder Salat ist tabu.
Mittags habe ich gebratenen Reis gegessen, abends gebratene Nudeln. Kohlehydrahte sind wichtig, zumal morgen eine extrem schwere Etappe mit 800 Höhenmetern bevorsteht. Heute sind wir noch in Sportschuhen gewandert. Morgen geht es nur noch mit den Stiefeln. Hoffentlich bleibt das Wetter so schön. Zwar hatten wir nach dem Lunch 3-4 Stunden geschlafen, aber jetzt ist es gleich 21.30h und wir müssen fit sein für morgen. Also Gute Nacht. Ich schlafe jetzt.
Unsere Tagesetappe (Lukla - Phakding)



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